Wirtschaftliche Rahmenbedingungen: Gesamtwirtschaft

Nachdem sich der wirtschaftliche Aufschwung in Europa auch in 2007 weiter fortsetzte, werden die Prognosen für das Jahr 2008 vorsichtiger. Hintergrund ist die Subprime-Krise in den USA, die zusammen mit dem hohen Ölpreis und dem schwachen Dollar für gedämpfte Erwartungen sorgt. Zwar zeigte sich die Wirtschaft zunächst von diesen Entwicklungen unbeeindruckt, insbesondere an den Finanzmärkten war gegen Ende des vergangenen Kalenderjahres jedoch eine zunehmende Verunsicherung zu beobachten. Sie resultierte aus der Tatsache, dass verschiedene Banken im Zuge der Entwicklungen in den USA überraschend in Solvenzprobleme geraten waren. Nun bestehen die Befürchtungen, dass weitere unangenehme Überraschungen folgen könnten.

Im Mittelpunkt dieser Krise steht die Wirtschaft der USA. Die Investitionen in den Wohnungsbau sind aufgrund der gefallenen Immobilienpreise und einem geringeren Finanzierungsvolumen für Hypotheken seit 2005 um 20% zurückgegangen. Die Ausgaben der privaten Haushalte könnten in den nächsten Quartalen aufgrund der Minderung der Vermögenswerte und einer Verlangsamung des Beschäftigungswachstums ebenfalls geringer ausfallen. Damit könnte eine deutliche Abschwächung des Wirtschaftswachstums in 2008 auf unter 2% einhergehen. Die Gefahr einer Rezession wird in den USA immer konkreter.

Demgegenüber sind in Asien, Lateinamerika und Afrika weiterhin deutliche Zuwächse zu erwarten.

Vor diesem Hintergrund gehen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten von einem Wachstum von 2,2% für die deutsche Wirtschaft in 2008 aus. Für 2007 wird eine Zunahme von 2,6% erwartet. Die Europäische Kommission hat ihre Erwartungen hinsichtlich 2008 für einen BIP-Zuwachs im Euro-Raum aufgrund der oben dargestellten Entwicklungen von 2,5% auf 2,2% gesenkt.

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Wirtschaftliche Rahmenbedingungen: Branche

Für die Entwicklung der Märkte für multimediale Produkte spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. So gilt es, die Zuwachsraten auf den Märkten für PCs und Produkte der Unterhaltungselektronik zu beobachten. Gleichzeitig beeinflusst eine zunehmende Verbreitung von Breitbandinternetanschlüssen die Nutzung von digitalen Inhalten in der persönlichen Kommunikation. Schließlich ist zu beachten, dass Multimedialösungen nur einen geringen Teil des gesamten Softwaremarktes abdecken. Prognosen für diesen Markt können also nicht ohne weiteres auf Multimediaprodukte übertragen werden.

Das European Information Technology Observatory (EITO) sieht für Europa nach 2007 auch für 2008 ein Wachstum von insgesamt 2,9% auf dem Markt für Informations- und Kommunikationstechnik. In den USA wird sich danach das Wachstum hingegen von 4,7% in 2007 auf 4,3% verlangsamen, bleibt aber weiterhin auf einem hohen Niveau.

Nach einer Studie des Bundesverbands für Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) wird im kommenden Jahr für digitale Unterhaltungselektronik in Deutschland ein Zuwachs von 4,2% erwartet. Wachstumstreiber sei außerdem Software mit einer Steigerung von 5,8%. Bei PCs würden die Stückzahlen weiter steigen – von 9,8 Millionen in diesem Jahr auf 10,4 Millionen 2008. Außerdem wird im Segment Breitband stabiles Wachstum prognostiziert – von 12,4 Milliarden Euro auf 13,2 Milliarden Euro im kommenden Jahr.

Die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung der Branche sind also weiterhin gegeben.

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Strategie des MAGIX Konzerns

Das Unternehmen plant, diese positiven Voraussetzungen auf verschiedene Weise zu nutzen. Im Folgenden soll auf die Strategie des Konzerns in den unterschiedlichen Geschäftsfeldern sowie die sich hieraus ergebenden Chancen und Risiken jeweils einzeln eingegangen werden.

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Portal

Hinsichtlich der Internetdienste von MAGIX steht für das aktuelle Geschäftsjahr der Ausbau der Online-Portale mufin und myGOYA im Vordergrund. Sie bieten für den Konzern die Chance, bspw. über Online-Werbung neue Umsatzströme zu generieren. Gleichzeitig handelt es sich hierbei aber um einen sehr belebten Markt. Es besteht daher das Risiko, dass die Platzierung der Dienste mehr Zeit in Anspruch nimmt, als vom Konzern derzeit geplant. Um die Investitionen und die Ergebnisse in diesem Bereich transparenter zu machen werden hierfür eigene Geschäftsbereiche gebildet. Sie können die Produkte gezielter voranbringen und ihnen einen eigenen Charakter verleihen. Bei mufin wird der Fokus auf dem Aufbau eines sozialen Netzwerks und dem Eingehen von Partnerschaften mit verschiedenen Online-Musikshops liegen. Mit myGOYA werden zunächst Gruppen angesprochen, für die das kollaborative Arbeiten mit dem Online Desktop die meisten Vorteile bietet. Im weiteren Verlauf wird myGOYA dann als Angebot für Kleinunternehmen etabliert, die den Online Desktop als digitalen Begleiter für täglich anfallende kollaborative Arbeitsprozesse nutzen können. Der Konzern hat für die Markteinführung der beiden Dienste jeweils 1 Mio. EUR an Marketingkosten eingeplant, deren Verwendung jedoch an dem Erfolg des jeweiligen Produkts gekoppelt ist. Für den Aufbau der Geschäftsbereiche sind daneben 0,8 Mio. EUR an zusätzlichen Personalkosten vorgesehen. Darüber hinaus sollen neben mufin und myGOYA die einzelnen Internetdienste der MAGIX-Gruppe vereinheitlicht werden, um neben den Kunden von MAGIX auch mehr Nutzer direkt aus dem Internet zu gewinnen.

Hinsichtlich weiterer Akquisitionen beobachtet der Vorstand weiterhin den Markt für soziale Netzwerke mit einem Bezug zu multimedialen Inhalten. Allerdings sind die Preise für Online-Portale derzeit aufgrund der spektakulären Anteilskäufe von FaceBook, YouTube oder StudiVZ extrem hoch. Einen Unternehmenserwerb wird es im aktuellen Geschäftsjahr daher nur geben, wenn der Preis in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der damit gewonnenen Nutzer steht.

Beim Direktmarketing wird zunehmend eine Diversifikation stattfinden. Dabei werden die Erkenntnisse aus dem Customer Relation Management-System genutzt, um den Nutzern passgenau Angebote zu übermitteln.

Der Ausbau der Partnerschaften im B2B-Geschäft verlief im abgelaufenen Geschäftsjahr unbefriedigend. Dies liegt teilweise daran, dass es sich bei den Partnern der MAGIX-Gruppe um Großkonzerne handelt. Deren Entscheidungsprozesse können sehr lange dauern. Durch die notwendige Bewilligung der Implementierungs- und Anpassungskosten werden sie zusätzlich erheblich in die Länge gezogen. Deswegen soll zukünftig den Geschäftspartnern ein neues Model vorgeschlagen werden, wonach MAGIX den Dienst direkt als ein Affiliateprogramm bereitstellt. Dadurch entfallen für den Partner die Investitionen zu Beginn des Projekts, und ein schnellerer Start wird ermöglicht. Gleichzeitig werden die gewonnenen Nutzer direkte Kunden des Dienstleistungsangebots von MAGIX, die vom Konzern zu wiederkehrenden Käufern gemacht werden können. Dadurch wird die Chance auf den Abschluss zusätzlicher Partnerschaften gesteigert.

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Professional & Consumer

Im Bereich Professional & Consumer gilt es die Aktivitäten im Bereich Forschung & Entwicklung am technologischen Umfeld auszurichten. Gleichzeitig muss das Vermarktungskonzept an die sich ändernden Verhältnisse im Einzelhandel angepasst werden.

Ein Schwerpunkt der Entwicklung wird auf der Vernetzung der aktuellen Produkte mit der MAGIX multimedia community liegen. Der Nutzer kann dann über die Software direkt mit anderen Nutzern Kontakt aufnehmen, seine Ergebnisse präsentieren oder Fragen stellen. Der Konzern erhält so die Chance, mehr Erkenntnisse über die Nutzungsgewohnheiten der Anwender zu sammeln, was zu einer stärkeren Kundenbindung führt, und kann gleichzeitig die Kundenbetreuung verbessern. Die Vernetzung der Kunden ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz und bietet somit die Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen. Die ersten Produkte mit Vernetzungsfunktion wurden bereits im Herbst 2007 ausgeliefert, weitere Funktionalitäten sind jedoch geplant.

Um den zunehmenden Umsätzen über das Internet Rechnung zu tragen, wird der Vertrieb über Online-Händler wie Amazon konsequent ausgebaut. Ziel ist es, innerhalb des nächsten Jahres eine verbesserte Präsenz bei namhaften Online-Portalen aufzubauen. Darüber hinaus soll der VAR-Channel weiter ausgebaut werden. Hier ist neben dem Vertrieb in Deutschland auch eine Internationalisierung geplant. Für den amerikanischen Markt werden ebenfalls neue Verkaufskanäle gesucht. Hier bietet sich insbesondere im Bildungsbereich ein größeres Potenzial.

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OEM

Grundsätzlich sind die Lizenzzahlungen im OEM-Vertrieb geringer als im Einzelhandel. Dennoch sind die Hardware-Hersteller aufgrund des großen Margendrucks immer seltener bereit, Produkte zu lizenzieren. Der Konzern wird daher in gewissen Bereichen immer mehr dazu übergehen, auf eine Pro-Stück-Lizenz zu verzichten. Stattdessen wird nur noch dann eine Lizenz verlangt, wenn das der Hardware beigefügte Programm auch tatsächlich durch den Nutzer aktiviert wird. Damit wird der OEM-Vertrieb in Zukunft stärker als Verbreitungsinstrument für die Marke MAGIX und die jeweils vertriebenen Produkte genutzt. Hierdurch entsteht das Risiko, dass die Umsätze im Bereich OEM negativ beeinträchtigt werden.

Hinsichtlich der Vermarktung der Musikerkennungs- und Musikempfehlungs-technologie zur Nutzung auf Hardware-Geräten sind folgende Maßnahmen geplant. Der Vorstand wird die Funktionalität auf verschiedenen Konferenzen insbesondere in Amerika und Europa vorstellen. Gastredner wird neben CEO Jürgen Jaron auch Prof. Brandenburg, Erfinder des MP3-Formats und der Musikerkennungs- und Musikempfehlungstechnologie, sein. Derzeit prüfen bereits alle namhaften Hardware-Hersteller die Musikempfehlung. Um ihnen die Entscheidung für eine Implementierung zu erleichtern, wird der Konzern außerdem Partnerschaften mit den Komponentenherstellern für MP3-Player anstreben. Die Lizenzierung der Musikerkennungs- und Musikempfehlungstechnologie bietet dem Konzern daher die Chance, die Umsätze im Bereich OEM erheblich zu steigern.

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Erwartete Ertragslage

Der Vorstand sieht für das aktuelle Geschäftsjahr im Bereich Professional & Consumer Wachstumspotential. Hierzu werden neue Produkte und die zusätzlich erschlossenen Handelskanäle beitragen. Allerdings wird die Lage auf dem US-Markt in diesem Segment weiterhin angespannt bleiben und es bleibt abzuwarten, ob sich die Erholung im deutschen Einzelhandel auch im aktuellen Geschäftsjahr fortsetzt. Da eine zunehmende Verlagerung hin zum Online-Handel abzusehen ist, wird im Portalgeschäft ein anhaltendes Wachstum erwartet. Die Steigerungen werden sich dabei vornehmlich aus den Regionen außerhalb des D/A/CH-Raums ergeben. Aufgrund der verschiedenen Herausforderungen im Einzelhandel geht der Vorstand für das aktuelle Jahr von einem Umsatz auf Vorjahresniveau aus. Im kommenden Geschäftsjahr sollen dann die neuen Internetdienste zu einer weiteren Steigerung der Erlöse im Portalgeschäft beitragen und so insgesamt zu einem Umsatzwachstum des Konzerns führen.

Die Markteinführung von Mufin und myGOYA erfordert vom Konzern zusätzliche Investitionen. Einerseits sind Marketingausgaben geplant, andererseits sollen auch zusätzliche Mitarbeiter für diese beiden Geschäftsbereiche eingestellt werden. Aufgrund dieser Investitionen, die bestenfalls 2,8 Mio. EUR erreichen werden, erwartet der Vorstand für das laufende Jahr ein EBIT von ca. 2 Millionen EUR. Im folgenden Geschäftsjahr wird dann wieder mit einer Steigerung des EBIT gerechnet.

Die für das Portalgeschäft wichtige Kennzahl von registrierten Nutzern soll von 7,03 Mio. weiter kontinuierlich gesteigert werden. Der Start der Internetdienste mufin und myGOYA wird dabei die Zunahme der registrierten Nutzer zusätzlich vorantreiben.

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Erwartete Finanzlage

Hinsichtlich der Finanzlage sind gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr keine wesentlichen Veränderungen zu erwarten. Die hohe Eigenkapitalquote von etwa 80 % sowie der hohe Bestand an liquiden Mitteln könnten lediglich im Rahmen einer Akquisition oder eines weiteren Aktienrückkaufprogramms verringert werden. Weiterhin positiv entwickeln wird sich der operative Cashflow. Finanzierungsmaßnahmen sind nicht vorgesehen. Eine Ausschüttung von Dividenden ist nicht geplant.

Neben dem Ausbau der technischen Infrastruktur sind auch moderate Investitionen für Software-Entwicklungsaufträge geplant. Sie sollen das organische Wachstum weiter vorantreiben, indem sie die MAGIX-Gruppe in die Lage versetzen, ihr Know-How kontinuierlich zu erweitern.

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