Ergebnisentwicklung
Im Geschäftsjahr 2006/2007 erreichte der Konzern ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 3,1 Mio. EUR, was einem Rückgang von 63% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die EBIT-Marge lag damit nach 23% in 2005/2006 bei 9,4%. Hauptursachen für diese Entwicklung sind der Umsatzrückgang von 3 Mio. EUR und die zusätzlichen Investitionen im Bereich Forschung & Entwicklung von 1,9 Mio. EUR.
In der Region „Europa und Rest der Welt“ sank das EBIT entsprechend um 53% von 6,9 Mio. EUR auf 3,2 Mio. EUR. Der Rückgang in den USA belief sich auf 1,5 Mio. EUR, so dass in dieser Region ein negatives EBIT von 0,1 Mio. EUR verbucht werden musste. Dieses Ergebnis ist hauptsächlich auf den Umsatzrückgang von 1,9 Mio. EUR in der Region zurückzuführen.
Der erzielte Konzernperiodenüberschuss spiegelt die Veränderungen beim EBIT wieder. Er sank im abgelaufenen Geschäftsjahr um knapp 51% auf 2,52 Mio. EUR.
Die Gewinnrücklagen setzen sich somit aus Gewinnrücklagen des Geschäftsjahres 2005/2006 in Höhe von 6,12 Mio. EUR und dem aktuellen Konzerngewinn zusammen. Er beträgt 8,6 Mio. EUR.

Umsatz
Im Geschäftsjahr 2006/2007 erzielte der MAGIX-Konzern einen Umsatz von 32,7 Mio. EUR und lag damit etwa 8,7% unter dem Ergebnis des Vorjahres von 35,8 Mio. EUR.
Im ersten Quartal sorgte im Wesentlichen die beschriebene Verunsicherung der Endverbraucher im Zusammenhang mit der Einführung von Windows Vista für eine weltweite Kaufzurückhaltung. In Deutschland wurde dieser Effekt durch die bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung zusätzlich verstärkt. Trotz steigender Umsätze im Portalbereich ging der Umsatz in diesem Zeitraum um 10.6 % gegenüber dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2005/2006 zurück.
Im zweiten und dritten Quartal sorgten hingegen hauptsächlich die schwachen Ergebnisse im angelsächsischen Handelssegment für rückläufige Umsätze. Der Konzern hatte hier mit verschiedenen Partnern eine Umstellung des Vertriebs auf kommissionsweisen Verkauf vereinbart, so dass die Produkte nicht wie bislang mit Auslieferung, sondern erst nach Verkauf an den Endkunden fakturiert werden. Im Gegenzug konnte die MAGIX-Gruppe eine verbesserte Präsenz ihrer Produkte auf den Verkaufsflächen erreichen. Dieser Systemwechsel hatte jedoch einen negativen Einmaleffekt. Der Umsatz wurde in diesem Zeitraum erheblich belastet, denn die bereits bezahlten Produkte mussten bis zu ihrem Durchverkauf vom Konzern wieder gutgeschrieben werden. Neben den sich nur langsam erholenden Umsatzzahlen im europäischen Handelssegment hatte diese Umstellung einen Umsatzrückgang von 10% im zweiten und 14,1% im dritten Quartal zur Folge.
Während in den letzten vier Monaten des Geschäftsjahres die Trendwende in den USA noch auf sich warten ließ, konnte im deutschen Handelssegment bis zum Ablauf des Fiskaljahres ein deutlicher Aufwärtstrend verzeichnet werden. Zusammen mit dem anhaltenden Wachstum im Portalgeschäft wurde so im vierten Quartal insgesamt der Umsatz des entsprechenden Vorjahreszeitraums erreicht.
Umsatz nach geographischen Segmenten
Die Umsatzentwicklung verlief in diesem Geschäftsjahr in den einzelnen Regionen äußerst unterschiedlich. Der Grund hierfür waren die oben genannten besonderen Einflüsse, die nicht in allen Bereichen vergleichbare Auswirkungen hatten.
Umsatzentwicklung der geographischen Segmente
Neben der oben beschriebenen Entwicklung beruhte der Umsatzrückgang in der Region „Europa und Rest der Welt“ im abgelaufenen Geschäftsjahr vornehmlich auf der schwierigen Situation im britischen Handelssegment. Hier hatte die Umstellung des Vertriebssystems auf den kommissionsweisen Verkauf einen Umsatzrückgang wegen der damit verbundenen Gutschriften bereits fakturierter Waren zur Folge.
Innerhalb dieses Segmentes trug der D/A/CH Raum in diesem Jahr 21 Mio. EUR zum Konzernumsatz der MAGIX-Gruppe bei. Dieser Beitrag liegt vergleichsweise knapp unter dem Vorjahreswert von 21,5 Mio. EUR. Da die deutschsprachige Region den wichtigsten Markt für das Unternehmen darstellt, sind hier auch die Umsätze im stark wachsenden Portalgeschäft höher als in den anderen Regionen. Dadurch konnten die rückläufigen Erlöse im Handelssegment nahezu kompensiert werden. Das schwächere Abschneiden der US-Region führte dazu, dass sich der Anteil des D/A/CH-Raums am Gesamtumsatz im Vergleich zum Geschäftsjahr 2005/2006 von 60,2% auf 64,5% erhöhte. Es ist damit zu rechnen, dass dieser Anteil mit zunehmender Verbesserung der Lage auf dem amerikanischen Markt wieder fallen wird.
In Ländern wie Spanien, Italien und den Niederlanden konnte der Konzern leichte Umsatzzuwächse verzeichnen. Sie waren möglich, weil der Markt für Multimediaprodukte in diesen Ländern im Vergleich zu Deutschland verhältnismäßig klein ist, so dass hier insgesamt ein größeres Wachstumspotenzial vorhanden ist.
Der Grund für den Rückgang des Anteils der Region „USA“ liegt vor allem in der tiefgreifenden Veränderung, welche der US-amerikanische Einzelhandel derzeit erlebt. Einige der größten Fachhandelsketten schlossen im vergangenen Geschäftsjahr eine erhebliche Anzahl ihrer Niederlassungen. Daneben wurde die Verkaufsfläche für Software zugunsten von höherpreisigen Konsumgütern reduziert. Die Umsätze des Konzerns wurden von diesen Umständen negativ beeinflusst. Obwohl das Portalgeschäft in den USA im abgelaufenen Geschäftsjahr um mehr als 62% zugelegt hat, waren die absoluten Umsatzwerte in diesem Bereich nicht hoch genug, als dass sie die rückläufigen Erlöse im Handelssegment hätten ausgleichen können.
Umsatz nach Geschäftsbereichen
Die Entwicklung innerhalb der unterschiedlichen Geschäftssegmente wurde, wie bereits beschrieben, im abgelaufenen Geschäftsjahr hauptsächlich durch die besondere Situation im Einzelhandel bestimmt. Aufgrund der Tatsache, dass hier die Umsätze hinter den Erwartungen zurückblieben, konnte der Portalbereich seinen Anteil am Gesamtumsatz erheblich steigern.
Umsatzentwicklung der Geschäftsbereiche
Der Bereich Professional & Consumer stellte in 2006/2007 weiterhin den größten Anteil am Konzernumsatz. Aufgrund der oben beschriebenen Entwicklungen gingen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 17,7% zurück. Um diesem Trend entgegen zu wirken, erschloss der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr verschiedene neue Vertriebskanäle. Mit der professionellen Audio-Software sowie den Produkten der neu erworbenen Xara Group wurde in Deutschland ein Partner für den Fachhandelsvertrieb, den so genannten VAR-Channel, gefunden. Darüber hinaus schloss das Unternehmen verschiedene Verträge mit Lebensmittelketten ab. Diese vertreiben günstigere Spezialversionen der MAGIX-Produkte und erhöhen so die Reichweite des Unternehmens.
Das Umsatzwachstum im Geschäftssegment Portal resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der registrierten Nutzer von 4,26 auf 7,03 Millionen. Diese Zahl schließt 1,2 Millionen Nutzer ein, die mit dem Erwerb der Xara Group Ltd. gewonnen wurden. Das verbleibende, organische Wachstum von 1,57 Mio. neuen Nutzern entspricht praktisch dem Wachstum des Rekordjahres 2005/2006. Während die Erlöse des MAGIX-Portals auch in diesem Jahr um fast ein Drittel zulegten, gingen die Umsätze mit den Portal-Partnern um 0,2 Mio. EUR zurück. Verhandlungen mit weiteren Interessenten entwickelten sich schleppend, so dass keine neuen Partnerschaften abgeschlossen werden konnten. Der Grund hierfür liegt in den hohen Anfangsinvestitionen, die die Implementierung eines Online-Dienstes in die Website eines Partners erfordern. Der Konzern wird deshalb im B2B-Bereich seine Strategie ändern, um im kommenden Jahr die Ausweitung des Portalgeschäfts weiter voran zu treiben.
Der Bereich OEM lag im Geschäftsjahr 2006/2007 unter dem Ergebnis des Vorjahres. Die Erlöse fließen im OEM-Bereich grundsätzlich sehr unregelmäßig, da sie vom Abschluss einzelner Verträge abhängig sind. Darüber hinaus liegt der Fokus des Konzerns in diesem Business-Segment weniger auf der Einnahme von Lizenzgebühren als auf der Verbreitung der Produkte in großen Stückzahlen.
Bruttomarge
Die Produktkosten entwickelten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nahezu seitwärts. Die Bruttomarge lag mit 87,2% nur 0,5% unter dem Vorjahr und damit immer noch deutlich über den Werten aus den Geschäftsjahren 2004/2005 (84,9%) bzw. 2003/2004 (85,3%).
Der leichte Rückgang ist darauf zurück zu führen, dass der Konzern seit Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahres in seiner Audiosparte verschiedene Produkte mit Hardware kombiniert, die die Produktkosten steigern. So wird bspw. ein Musikkreationsprogramm zusammen mit einer Tastatur oder eine Software zum Überspielen von Schallplatten mit einem Vorverstärker ausgeliefert. Der Verkauf dieser Produkte als Paketlösung bringt den Vorteil, dass das Angebot der MAGIX-Gruppe im Einzelhandel auch auf anderen Verkaufsflächen, bspw. in der Instrumentenabteilung präsent ist.
Absolut lag die Marge aufgrund der dargestellten Umsatzentwicklung mit 28,5 Mio. EUR 9,3% unter dem Vorjahr.
Die Produktkosten setzen sich aus den Materialkosten für die Verpackung und eventuell anfallenden Drittlizenzen für so genannte Codecs zusammen. Alle anderen Produktionsschritte werden von der MAGIX-Gruppe durchgeführt, so dass keine gesonderten Kosten anfallen.
Bei den lizenzierten Codecs handelt es sich um Standard-Medienformate wie das bekannte MP3-Format. Da es wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre, diese Funktionalitäten selbst zu entwickeln, müssen für deren Verwendung Lizenzen gezahlt werden. Der Konzern hat seine Lizenzvereinbarungen so getroffen, dass Zahlungen nur anfallen, wenn der Codec vom Endkunden auch tatsächlich genutzt wird. Dies führt zu einer deutlichen Reduzierung der Zahlungen für Drittlizenzen.
Kostenstruktur
Ohne Abschreibungen stiegen die operativen Kosten im Geschäftsjahr 2006/2007 um 7,7% auf 22,9 Mio. EUR, da der Konzern unabhängig von der rückläufigen Umsatzentwicklung in die Entwicklung neuer Technologien investierte. Die Abschreibungen stiegen während des Berichtszeitraums von 2,3 Mio. EUR im Vorjahr um 29% auf knapp 3 Mio. EUR. Dieser Zuwachs beruht vornehmlich auf dem Kundenstamm und der Software-Entwicklung der Xara Group Ltd. sowie zusätzlichen immateriellen Wirtschaftsgütern der MAGIX AG und der MAGIX Development GmbH.
Operativen Kosten (ohne Abschreibungen)
Der größte Anstieg war aufgrund der Investitionen in neue Technologien im Bereich „Forschung & Entwicklung“ (F&E) zu verzeichnen. Hier wurde insbesondere die Abteilung für die Ausarbeitung von Internetdiensten erweitert, in der die neuen Online Portale myGOYA und mufin entwickelt werden. Darüber hinaus führte auch die Akquisition der Xara Group zu einer Erweiterung der Entwicklungsabteilung. Nach einer deutlichen Zunahme im Finanzjahr 2005/2006 stiegen die Kosten für F&E deshalb noch einmal um 33,7%, so dass ihr Anteil am Umsatz von 12,7% auf 18,6% kletterte. Mit einer positiven Erlösentwicklung wird dieser Anteil jedoch wieder zurückgehen.
Der Anstieg der Verwaltungskosten resultiert vornehmlich aus Währungsdifferenzen und dem Ausfall von Forderungen. Während diese beiden Kostenpunkte mit einer Zunahme von etwa 0,4 Mio. EUR zu verbuchen sind, konnten die Personalkosten um 1% gesenkt werden.
Dagegen konnten die Kosten im Geschäftsbereich „Vertrieb“ leicht gesenkt werden. In Zeiten schwachen Konsums durch die Endverbraucher verpuffen verkaufsfördernde Maßnahmen oft, ohne dass sie eine entsprechende Umsatzsteigerung erreichen. Deshalb wurden die Marketingausgaben im abgelaufenen Geschäftjahr deutlich herabgesetzt. Die erzielten Einsparungen konnten den leicht gestiegenen Personalaufwand sowie die zusätzlichen Kosten, die durch den Erwerb der Xara Group entstanden sind, kompensieren.


