Sehr geehrte Damen und Herren,
wir blicken auf ein ereignisreiches Geschäftsjahr 2006/2007 zurück, das geprägt war durch den Umbau unseres Unternehmens zu einem Internetdienstleister mit vollumfänglichen Multimedialösungen. Des Weiteren haben wir uns intensiv mit den branchenübergreifenden Entwicklungen im Einzelhandel beschäftigt.
Während wir im Portalbereich unser Geschäft mit zweistelligen Wachstumsraten weiter deutlich ausbauen konnten, hatten wir im vom Einzelhandel dominierten Professional & Consumer Segment Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Diese resultieren insbesondere aus den veränderten Verhältnissen in Deutschland, Großbritannien und den USA.
Eine grundsätzliche Neuordnung im Einzelhandel war im vergangenen Jahr in Großbritannien und den USA festzustellen. Wichtige Vertriebspartner schlossen eine nicht unerhebliche Anzahl ihrer Filialen. Außerdem wurden Verkaufsflächen und Lagerbestände für Software zugunsten von anderen Elektronikprodukten in einem höheren Preissegment aufgegeben. Indem wir mit einigen Partnern eine Umstellung des Vertriebssystems auf den kommissionsweisen Verkauf vereinbarten, ist es uns gelungen, im Handel wieder an Reichweite zu gewinnen. Dieser Systemwechsel bedeutete aber für das abgelaufene Geschäftsjahr zusätzliche Belastungen. In 2007/2008 können wir dadurch jedoch in diesen Regionen mit einer Erholung der Umsätze rechnen.
Darüber hinaus sorgte die Einführung des neuen Betriebssystems Microsoft Vista im Februar 2007 für deutliche Verunsicherung der Konsumenten. Wie uns besonders unsere Kontakte im deutschen Einzelhandel berichteten, sahen viele Kunden im Vorfeld der Veröffentlichung vom Kauf neuer Software ab. Dies führte dazu, dass die Umsätze im Weihnachtsgeschäft für die Branche weitaus geringer ausfielen als im letzten Jahr. Obwohl der Konzern hier besser abschneiden konnte als der Markt, blieb damit bereits das wichtige erste Quartal hinter den Erwartungen zurück. MAGIX stellte deshalb als erstes Unternehmen in der Multimediabranche für alle wichtigen Softwareprodukte eine Vista-fähige Version zur Verfügung. Aber auch im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres war eine deutliche Kaufzurückhaltung im deutschen Einzelhandel zu spüren. Erst mit Beginn des dritten Kalenderquartals zogen die Softwareverkäufe im Handel wieder an und lagen kontinuierlich über dem Vorjahresniveau. Für das aktuelle Geschäftsjahr sehen wir im deutschen Handel daher wieder Wachstumspotential.
Diese Einschätzung beruht auch auf den Ergebnissen unserer Bemühungen, im Einzelhandel neue Verkaufskanäle zu erschließen. So konnten wir in Deutschland mit neuen hochpreisigen Produkten, wie Xara Xtreme Pro, den Fachhandel, den so genannten VAR-Channel, als neuen Vertriebskanal aufbauen. Aus dem europäischen Ausland wurde hier bereits ebenfalls Interesse bekundet. Daneben schlossen wir Verträge mit verschiedenen Lebensmittelketten über den Vertrieb unserer Produkte. Als Reaktion auf die zunehmende Bereitschaft der Endkunden, Software über das Internet zu bestellen, haben wir darüber hinaus unsere Präsenz im Internethandel verstärkt.
Auch wenn diese Maßnahmen in 2006/2007 noch nicht greifen und den gesamten Umsatzrückgang auffangen konnten, erweitern sie doch erheblich unsere Möglichkeiten und bieten Spielraum für zukünftiges Wachstum.
Alles in allem blieb das letzte Geschäftsjahr also deutlich hinter unseren Erwartungen zurück. Mit 32,6 Mio. EUR lagen die Konzernumsätze 8,7% unter dem Vorjahresniveau. Beim EBIT-Ergebnis von 3,1 Mio. EUR war ein signifikanter Rückgang von knapp 63% zu verzeichnen. Dagegen blieb die Entwicklung bei den Direktverkäufen über das Internet weiterhin positiv. Hier kletterten die Umsätze erneut um 31%, und auch die Zahl der registrierten Nutzer konnte bis zum Ende des Geschäftsjahres auf knapp über 7 Mio. gesteigert werden.
Diese Tatsache bestärkt uns in der Annahme, dass wir mit dem Umbau des Unternehmens hin zu einem Internetdienstleister den richtigen Weg beschreiten. Das ist auch der Grund, weshalb wir im laufenden Jahr trotz sinkender Umsätze keine Einsparungen im Bereich Forschung & Entwicklung vorgenommen haben, obwohl dies zu einer zusätzliche Belastung des EBIT führte.
Wir sind der Auffassung, dass internetbasierte Anwendungen in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen werden und wollen hier mit unserem Angebot eine Vorreiterrolle übernehmen. Aufgrund der angespannten Situation im Einzelhandel sahen wir uns allerdings nicht dazu in der Lage, das Personal weiter auszubauen. Obwohl es deshalb in einzelnen Bereichen zu Verzögerungen bei der Entwicklung der neuen Internetdienste gekommen ist, haben wir 2006/2007 auf diesem Gebiet sehr viel erreicht.
So konnten wir mit dem im letzten Geschäftsjahr angekündigten Internetdienst myGOYA die öffentliche Testphase, die so genannte Open-Beta-Version, starten. Zur CeBIT 2008 werden wir das Projekt in einer aufgearbeiteten Version präsentieren, mit der dann auch Umsätze erwartet werden.
Im August wurde Catooh, der Marktplatz für digitale Medien im Internet, planungsgemäß neu gestartet. Seither können Kunden hier ihre eigenen Bilder im Internet zum Kauf anbieten, die dann entweder privat oder kommerziell genutzt werden dürfen.
Schließlich wurde auch die Entwicklung von mufin, der Weltneuheit zur Musikerkennung und Musikempfehlung, weiter vorangetrieben. Seit Juli ist die Software zur stationären Nutzung auf dem heimischen PC erhältlich. Außerdem sind mehrere Hersteller von MP3-Playern und Mobilfunktelefonen an einer Lizenzierung der Funktion interessiert, so dass wir hier in 2007/2008 vor einer äußerst spannenden Entwicklung stehen.
Zusätzlich zu den technischen Entwicklungen bauten wir auch den Konzern selbst weiter aus. Durch die Akquisition der restlichen Anteile an der Tochtergesellschaft m2any sowie den Erwerb der Internetplattform und –datenbank freeDB.org konnten wir unsere Position auf dem Markt für Musikerkennung weiter festigen. Darüber hinaus akquirierten wir mit der Xara Group Ltd. im Januar 2007 ein Unternehmen, das das Portfolio von MAGIX im Bereich der digitalen Bildgestaltung um den Faktor der Vektorgrafik erweitert. Gleichzeitig vergrößerten wir durch den damit verbundenen Zugewinn von 1,2 Mio. registrierten Nutzern unsere Präsenz beim Internethandel in Großbritannien und den USA. Obwohl die Integration der Xara-Technologie und die Lokalisierung der bislang nur auf Englisch erhältlichen Programme einen erheblichen Zeitaufwand bedeuteten, konnte bereits im März ein erstes gemeinsames Produkt auf den Markt gebracht werden.
Die Ermächtigung der Hauptversammlung vom März 2007 zum Erwerb von knapp 10% der MAGIX-Aktien wurde von uns seit Ende Juni 2007 umgesetzt. Nachdem zunächst etwa 165.000 Aktien zu einem Preis von 1,1 Mio. EUR über die Börse erworben wurden, unterbreitete das Unternehmen im September ein öffentliches Rückkaufangebot, das nach Ablauf des Geschäftsjahres abgewickelt wurde. Insgesamt konnten damit knapp 1,2 Mio. eigene Aktien zu einem Preis von 6,6 Mio. EUR zurückgekauft werden, womit die Ermächtigung der Hauptversammlung voll ausgeschöpft wurde.
Wir möchten Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, an dieser Stelle dafür danken, dass Sie uns in diesem schwierigen Jahr Ihr Vertrauen geschenkt haben. Des Weiteren gilt unser Dank allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit Ihrer wertvollen Arbeit dazu beigetragen haben, dass der Konzern trotz der widrigen Umstände viele seiner Ziele dennoch erreichen konnte und deshalb gut aufgestellt in das neue Geschäftsjahr geht.
Mit freundlichen Grüßen,



