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Gekonnter Einsatz von Tiefenschärfe

 Durch selektive Schärfe lässt sich gezielt der Blick des Betrachters lenken. Daher ist die Tiefenschärfe eines der spannendsten Themen der Fotografie. Wie sie entsteht und man sie geschickt einsetzen kann, soll im Folgenden genauer behandelt werden.

Definition der Tiefenschärfe

Tiefenschärfe

Tiefenschärfe - oder auch fototechnisch noch korrekter: Schärfentiefe - bezeichnet die Ausdehnung des scharfen Bildbereichs im Raum. Sowohl die Blendenöffnung als auch die Brennweite und die räumliche Entfernung zum Motiv beeinflussen die Größe der Tiefenschärfe. Die Belichtungszeit spielt keine Rolle bei der Tiefenschärfe.

Rein von der Wortbedeutung her sind die Begriffe Tiefenschärfe und Schärfentiefe im Grunde identisch. Beide beschreiben die Tiefe des hinlänglich scharfen Bildbereichs. Allerdings ist Schärfentiefe als offizieller Fachbegriff definiert. Im Gegensatz dazu ist der Begriff Tiefenunschärfe darauf bezogen, dass man von der Unschärfe des Bildes in den tiefen, weit entfernten Bildbereichen, spricht. Solch eindeutig unscharfe Bildbereiche kann man aber nicht mit jeder Kamera gleich gut erzeugen.

Oft ist es das Spiel mit der Tiefenschärfe, welches Bilder einer Spiegelreflexkamera eindeutig von Aufnahmen mit einer einfachen Digitalkamera unterscheidet.  Je kleiner der Sensor ist, desto kleiner müssen die verwendeten Brennweiten sein, um eine ordentliche Abbildungsleistung zu erreichen. Die deutlich kürzeren Brennweiten führen dazu, dass man mit kleinen Kameras weniger Möglichkeiten zur Erzeugung von selektiver Schärfe hat als mit einer Spiegelreflexkamera.

Knackig scharfe Bilder

Bilder mit einem sehr großen, scharfen Bereich sind insbesondere in der Landschaftsfotografie oft das gesetzte Ziel. Technisch sollte man folgende Einstellungen wählen:

  • Abblenden: Eine weit geschlossene Blendenöffnung bzw. große Blendenzahl
  • Herauszoomen: Eine möglichst kurze Brennweite, Tendenz Weitwinkelobjektiv
  • Sich entfernen: Relativ große Distanz zum Bildmotiv

Dabei gilt es zu beachten, dass Distanz und Brennweite sich in Puncto Schärfentiefe gegenseitig aufheben, wenn man ein Motiv in einer bestimmten Abbildungsgröße haben möchte. Schließlich muss man weiter vom Motiv weggehen, um es mit einem Teleobjektiv aufzunehmen. So steigt die Brennweite und gleichzeitig auch die räumliche Entfernung. Dadurch bleibt die Tiefenschärfe gleich.

Vollständig scharfe Aufnahme

Aber bei diesem Spiel passiert noch etwas anderes: Eine unterschiedliche Brennweite bei gleicher Abbildungsgröße bewirkt eine Veränderung der Entfernung der abgebildeten Gegenstände zueinander im Bild. Bei einem Weitwinkel wirken die Bildelemente, als würden sie weiter auseinander stehen. Räume wirken so größer. Bei großen Brennweiten ist der Effekt genau umgekehrt. So kann man Entfernungen kleiner erscheinen lassen. Dabei wirkt der durch das Teleobjektiv vergrößerte Hintergrund gleichzeitig auch etwas unschärfer.

Selektive Schärfe als Gestaltungsmittel

Selektive Schärfe

Bei Fotos mit selektiver Schärfe wird nur das eigentliche Bildmotiv scharf abgebildet.

Und genau diese Unschärfe macht ein Bild erst spannend. Bei Fotos mit selektiver Schärfe wird nur das eigentliche Bildmotiv scharf abgebildet. Dort, wo die Kamera fokussiert, liegt die Schärfeebene. Entsprechend der Einstellungen hinsichtlich Blende, Brennweite und der Distanz zum Motiv, ist der hinlänglich scharfe Bildbereich auch ein stückweit vor und hinter der Schärfeebene ausgedehnt.

Jedoch sind Vorder- und Hintergrund deutlich erkennbar verschwommen. Dieses Mittel der Bildgestaltung lenkt zum einen den Blick und entspricht darüber hinaus auch vielmehr der Wahrnehmung des menschlichen Auges.

Unscharfer Vordergrund

Das Bild gewinnt mehr räumliche Tiefe. Ganz nach der alten Regel "Vordergrund macht Bild gesund", wird es dadurch auch möglich einen Vordergrund einzubauen, der dank seiner Unschärfe nicht vom Bildmotiv ablenkt. In dem Beispielbild hier ist sehr schön zu erkennen, wie durch die selektive Schärfe der Eindruck mitten im Feld zu sein beim Betrachter entsteht.

Unschärfe ist nicht gleich Unschärfe: Was ist das Bokeh?

Bokeh

Wie genau die unscharfen Bildbereiche aussehen, ist letztlich vom Licht und dem Objektiv abhängig. Bei diffusem Licht, wie man es an bewölkten Tagen vorfindet, wird der unscharfe Bildbereich meist einfach nur weichgezeichnet. Gibt es jedoch besonders helle Lichter innerhalb eines relativ dunklen Umfelds, wie man sie an sonnigen Tagen z.B. im Wald beobachten kann, so entstehen sogenannte Zerstreuungskreise außerhalb der Schärfeebene.

Die Form der Blendenöffnung, ob eckig oder rund, bestimmt dabei die Gestalt dieser Unschärfekreise. Als besonders schön gelten gemeinhin möglichst gleichförmige, runde Kreise. Starke Lichthöfe um die Kreise, eine zu eckige Form oder auch im Extremfall kreisförmige Linien sind hingegen nicht erstrebenswert.

Der Begriff Bokeh stammt aus dem Japanischen und ist die Übersetzung für Unschärfe. Auch wenn einem vielleicht bisher diese Muster nicht aufgefallen sind, so beeinflussen sie dennoch die Bildwirkung und bei genauerer Betrachtung lernt man das eine oder andere Objektiv dann doch etwas mehr zu schätzen.

Mit speziellen Schablonen kann man bei reinen Bokeh-Aufnahmen, die im Grunde komplett verschwommen sind, auch lustige Formen der Zerstreuungskreise erzeugen, wie z.B. kleine Herzen.

Nachträglich durch Bildbearbeitung erzeugte Unschärfe

Sollte bei der Aufnahme aus verschiedenen Gründen die Arbeit mit der Tiefenschärfe nicht möglich oder vergessen worden sein, so kann man diese mithlfe von entsprechender Software ins Bild bringen.

In Bildbearbeitungsprogrammen, wie dem MAGIX Foto & Grafik Designer, lassen sich auf verschiedene Weise ganze Bilder oder einzelne Bereiche weichzeichnen. Das gleicht nicht dem Effekt eines Bokeh mit Spitzlichtern, die zu Kreisen oder Vielecken werden.

Das klassische Weichzeichnen in Bildbearbeitungssoftware entspricht vielmehr der glatten, gleichmäßigen Vermischung benachbarter Bildpixel. Alles wird einfach weich.

Alles wird einfach weich. Allerdings gibt es spezielle Tools, wie Exposure von Alien Skin Software, die ein Bokeh nachträglich hinzufügen können.

Ein Bokeh-Effekt kann aber auch im MAGIX Foto & Grafik Designer ins Bild hineingezaubert werden. Dazu benötigt man nur ein reines Bokeh-Bild, welches man mit der Füllmethode Negativ Multiplizieren mit dem darunterliegenden Foto verrechnet.

Alles in allem ist das Thema Tiefenschärfe letztlich durchaus umfangreich und viel Theorie. Am besten man probiert einfach mal bewusst mit seiner Kamera verschiedene Einstellungen aus. Das macht definitiv mehr Spaß als nur darüber zu lesen. Und nicht jedes Bild muss unbedingt mit der Tiefenschärfe spielen. Es ist aber gut zu wissen, wie man welchen Effekt erzeugen kann, um bewusster zu fotografieren.


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