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Videobearbeitung –
Schritt für Schritt zum eigenen Film

Videomaterial häuft sich schnell an: Vor allem im Urlaub oder auf Feiern sind Digitalkamera, GoPro oder Smartphone schnell zur Hand, um unvergessliche Momente einzufangen. Oft verschwinden diese Aufnahmen dann inmitten einer Reihe anderer Videos und Fotos. Dabei könnten daraus tolle Videos entstehen – wie, erfahren Sie hier.

In fünf Schritten zum fertigen Video

Bei der Videobearbeitung macht es Sinn, eine bestimmte Reihenfolge von Arbeitsschritten einzuhalten. Strukturiertes Arbeiten spart nicht nur Zeit, sondern führt auch zu besseren Ergebnissen.

Natürlich gibt es für jeden Filmemacher unterschiedliche Ansprüche und individuelle Lösungen, aber für den Anfang ist es hilfreich, sich an einem generellen Workflow zu orientieren. Dieser beinhaltet fünf Schritte: 1. Sichtung, 2. Planung und Organisation, 3. Videobearbeitung, 4. Feinschliff und 5. Export.

In fünf Schritten zum fertigen Video

Schritt 1:
Sichtung des Materials

Schauen Sie sich Ihr Material noch einmal ganz genau an. Welche Aufnahmen sind gut geworden und welche sind unbrauchbar? Notieren Sie sich idealerweise die wichtigsten Szenen und entfernen Sie solche, die völlig unbrauchbar sind. Seien Sie jedoch vorsichtig beim Löschen, denn mit einem guten Videobearbeitungsprogramm lassen sich auch scheinbar unbrauchbare Aufnahmen oft retten.

Schritt 2:
Planung und Organisation des Films

Im besten Fall haben Sie schon vor dem Dreh eine Vorstellung, wie Ihr Film später aussehen soll. Bei der Sichtung des Materials sehen Sie dann, was gut geklappt hat und welche Szenen nicht Ihren Vorstellungen entsprechen. Rufen Sie sich Ihren Plan wieder in Erinnerung oder schauen Sie auf Ihre Notizen und passen Sie Ihren Entwurf gemäß der Aufnahmen an, die nun tatsächlich entstanden sind.

Ein roter Faden erleichtert den Videoschnitt enorm und kann zum Beispiel aus verschiedenen Abschnitten bestehen: Koffer packen, Abflug, Ereignisse der einzelnen Urlaubstage, Aufbruch am Urlaubsort, Landung. Wenn Sie die einzelnen Abschnitte für Ihr Video definiert haben, können Sie die Szenen zuordnen.

Schritt 3:
Videobearbeitung

Nun sind alle vorbereitenden Schritte abgeschlossen und Sie können mit dem eigentlichen Videoschnitt beginnen. Je nachdem, ob Sie schon geübt oder neu im Bereich des Schneidens sind, sollten Sie sich als Erstes mit Ihrem Videobearbeitungsprogramm vertraut machen.

In Video deluxe Plus können Sie jede Ihrer Aufnahmen einfügen – egal, ob von Smartphone, Tablet oder Camcorder – ohne diese in ein bestimmtes Format umwandeln zu müssen. Im Media Pool verwalten Sie Ihre Clips, können eine Vorschau starten, ungewünschte Aufnahmen aussortieren und schließlich nur das beste Material in die Zeitleiste einfügen.

Die Zeitleiste stellt das Herzstück des Programms dar. Dort wird das Video Baustein für Baustein zusammengesetzt, bearbeitet und bis zum Ende fertig gestaltet. Aufnahmen, Audiodateien und Texteinblendung können hier eingebunden und auf Wunsch beliebig verschoben werden. Außerdem können die Längen der einzelnen Teile angepasst werden, indem sie einfach auseinander- oder zusammengezogen werden.

Jeder Schritt kann im Vorschaumonitor nachvollzogen werden. Überprüfen Sie Effekte und Übergänge, indem Sie den Player einfach über den Play- oder Stop-Button steuern. Sollte Ihr Video in der Vorschau etwas haken, kann die Auflösung des Vorschaumonitors verändert werden. Hierzu reicht ein Klick auf das Blitz-Symbol rechts unten am Player. Diese Veränderung gilt ausschließlich für die Wiedergabe innerhalb des Videobearbeitungsprogramms und dient zur ruckelfreien Vorschau.

Schritt 3: Videobearbeitung

Das Grundprinzip der Software ist sehr einfach, was die Eingewöhnung in den Videoschnitt mit Video deluxe Plus leicht macht. So liegt der Fokus auf den wichtigen Arbeitsschritten, wie der Anpassung der Szenenlänge, Übergängen, Schnittarten und dem späteren Feinschliff. Bei der Länge der Aufnahmen sollte möglichst ein gesundes Mittelmaß gewählt werden: Zu kurze Abschnitte könnten dem Zuschauer nicht alle Inhalte richtig vermitteln, während zu lange Szenen schnell langweilig werden. Zudem wirken harte Schnitte professioneller und häufig passender, sofern sie auf den Takt der Musik abgestimmt sind.

Sollten Sie mit mehreren Kameras gedreht haben, können Sie das Multicam-Editing in Video deluxe Plus nutzen. Bei dieser Funktion können bis zu vier Kameraeinstellungen gleichzeitig bearbeitet und zusammengeschnitten werden. Die Zusammenführung des Tons erfolgt hierbei automatisch.

Schritt 4:
Feinschliff

Das Grundgerüst steht, Ihr Video ist strukturiert und die Geschichte ist erkennbar. Im Feinschliff geht es nun nicht mehr um das Schneiden, sondern um die detailliertere Gestaltung des Videos. Jetzt kommen Effekte, Titel und Bildstabilisierung zum Einsatz, um harte Kanten abzurunden und das Video zu perfektionieren. Alles, was Sie für den Feinschliff benötigen, finden Sie im Media Pool von Video deluxe Plus. Alle neuen Elemente, für die Sie sich entscheiden, stellen einen neuen Baustein in Ihrer Zeitleiste dar. Diese können einfach an die gewünschte Stelle geschoben und auf die richtige Länge eingestellt werden. Texte oder Grafiken sind so kinderleicht eingefügt und positioniert.

Besonders beeindruckend wirken gekonnt gesetzte Videoeffekte. Hierzu zählen Zeitlupen, Zeitraffer, Bewegungs- und Farbeffekte. Zeitlupen wirken in actionreichen Szenen am besten, während mit Zeitraffern zum Beispiel Autofahrten gekonnt verkürzt werden können. Der Zuschauer sieht nun jedes Detail eines atemberaubenden Sprungs oder die tolle Landschaft einer langen Fahrt – ohne sich zu langweilen. Zu den Bewegungseffekten zählen unter anderem Zooms oder Rotationen, mit deren Hilfe Sie auch Greenscreen-Aufnahmen nachbearbeiten können. Wenn Sie beispielsweise ein Detail in einer Aufnahme besonders hervorheben möchten, können Sie einen Zoom auf dieses Objekt einstellen. Farbeffekte können einzelne Szenen in Schwarz-Weiß, Sepia oder Negativ verwandeln, sollten aber sparsam eingesetzt werden.

Unser Tipp: Verwenden Sie nicht zu viele Farbeffekte, sondern optimieren Sie lieber die Bildqualität Ihrer Aufnahmen. Gut abgestimmte Farben, Kontraste und Helligkeit wirken nicht nur professioneller und natürlicher, sondern sind auch fürs Auge schöner anzusehen. Probieren Sie am besten verschiedene Einstellungen aus, um herauszufinden, was Ihnen am besten gefällt und am schönsten wirkt.

Sobald dieser letzte Bearbeitungsschritt abgeschlossen ist, ist es ratsam, sich etwas Abstand vom Computer zu nehmen und das Video erst am nächsten oder übernächsten Tag wieder anzuschauen. So kann der Film noch einmal mit wachen Augen unter die Lupe genommen werden. Achten Sie beim erneuten Anschauen des Videos ganz bewusst auf jede einzelne Szene. Wirkt etwas unpassend? Ensteht an einer Stelle Verwirrung oder Langeweile? Ist die Farbqualität gleichbleibend und gut? Notieren Sie Ihre Änderungswünsche und passen Sie Ihr Video dann erneut an.

Schritt 5:
Export

Export – der letzte Schritt zum fertigen Video. Auch hier gibt es noch einige Kleinigkeiten zu beachten, um ein reibungsloses Abspielen zu garantieren. Sie sollten sicherstellen, dass die Bildqualität erhalten und die Größe der Datei in einem akzeptablen Rahmen bleibt. Sie können Auflösung, Bildrate, Format und Datenrate manuell einstellen.

Bei der Auflösung sollten Sie für das gesamte Video die niedrigste Auflösung, die beim Filmen verwendet wurde, einstellen (z.B. 720p). Sollten Sie eine höhere Auflösung wählen, müsste das Videomaterial hochskaliert werden, woraus Verluste in der Qualität resultieren. Ähnlich ist es bei Bildrate und Format – auch diese hängen von Ihren Aufnahmeeinstellungen ab. Wählen Sie die Bildrate, welche Sie am häufigsten genutzt haben, z.B. 25 fps. Beim Format ist es ratsam, das am weitesten verbreitete (16:9 Widescreen Format) einzustellen. Nach Auswahl der Exporteinstellungen fehlen nur noch das Rendern und der eigentliche Export. Dies kann je nach Länge Ihres Videos einiges an Zeit in Anspruch nehmen.

Zusatz für Fortgeschrittene:
Weißabgleich und 3D-Videobearbeitung

Verschiedene Lichtsituationen bedeuten unterschiedliche Farbtemperaturen. Der Weißabgleich sorgt dafür, dass die Farbtemperatur Ihrer Aufnahmen den Lichtverhältnissen angemessen ist. Durch das Durchführen eines Weißabgleichs werden diese beiden Parameter einander angepasst – ein stimmiges Bild ohne Farbstich entsteht.

Entweder kann der Weißabgleich direkt vor den Kameraaufnahmen durchgeführt oder nachträglich in einem Videobearbeitungsprogramm korrigiert werden. Wenn Sie den Weißabgleich direkt mit Ihrer Kamera durchführen, sparen Sie sich später Zeit bei der Nachbearbeitung. Die Funktionsweisen unterscheiden sich jedoch, je nach Aufnahmemedium. Es empfiehlt sich, in der Bedienungsanleitung oder auf der Webseite Ihres Kameraherstellers nachzulesen, wie der Weißabgleich mit Ihrem Gerät funktioniert.

In Video deluxe Plus können Sie den Weißabgleich leicht nachträglich bestimmen. Hierfür wählen Sie einfach mit der Maus eine weiße Stelle Ihrer Aufnahme aus und das Programm korrigiert die Farben des gesamten ausgewählten Materials automatisch.

Ein weiterer Zusatz für Fortgeschrittene ist die Bearbeitung von dreidimensionalen Videos. Eine 3D-Kamera besitzt zwei Linsen, deren Abstand in etwa dem der menschlichen Augen entspricht. In Video deluxe Plus können diese Aufnahmen importiert und bearbeitet werden. Die Videodateien werden zunächst als zwei nebeneinander angeordnete Filme angezeigt und mithilfe eines Effekts stereoskopisch verzerrt übereinandergelegt. Danach funktioniert der Schnitt des Videos wie gewohnt.

Das anaglyphe Verfahren funktioniert auf handelsüblichen Computer-Displays und beschreibt einen Prozess, bei dem zwei Kameraperspektiven versetzt übereinander gelegt werden. Mit rot-grünen oder rot-blauen Farbfilterbrillen ist dann ein räumlicher 3D-Effekt zu sehen.

Videobearbeitung ist ein spannendes und kreatives Thema, das sich ständig weiterentwickelt. Neue Techniken und Trends laden Sie dazu ein, auch selbst immer wieder Ideen auszuprobieren und umzusetzen. So können Sie sich langsam an professionelle Bearbeitungsprogramme herantasten, die Ihnen noch mehr Möglichkeiten zur kreativen Entfaltung bieten.

Wenn Sie bisher Video deluxe Plus oder Premium verwendet haben, können wir Ihnen Video Pro X als Einstieg in die Profi-Liga empfehlen. Das Programm ist ebenfalls von MAGIX und somit von der grundlegenden Handhabung und Funktionsweise ähnlich. Bis es soweit ist, sind die oben beschriebenen fünf Schritte jedoch eine gute Guideline, die Einsteigern dabei hilft, Videos strukturiert zu bearbeiten. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren und Umsetzen!

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