26. November 2019

5 Tipps für die perfekte Nachtaufnahme

Nachts sind alle Katzen grau – denn: ohne Licht keine Farben. Mit den richtigen Tipps zu Ausrüstung, Kamera-Einstellung und Motiv-Wahl wird Ihre Nachtaufnahme zum absoluten Hingucker.

1. Die richtige Ausrüstung

Für eine gelungene Nachtaufnahme ist eine Kamera Pflicht: DSLR, System- oder Kompaktknipse ist dabei fast egal – Hauptsache großer APSC-Sensor und Blende, ISO und Verschlusszeit lassen sich manuell einstellen. Smartphones haben zu kleine Bildsensoren – richtig gute Fotos sind bei Dunkelheit damit unmöglich.In Sachen Objektiv kommt es auf die Motivwahl an: Für Skylines, Astro-Fotografie oder Gebäude bieten sich weitwinklige Optiken an, wohingegen für Detailaufnahmen eine Festbrennweite ratsam ist.Unumgänglich: Ein stabiles Stativ. Empfehlenswert: Ein gutes, kompaktes Reiseobjektiv mit Kugelkopf, am besten aus Carbon – das ist besonders leicht.Ebenfalls hilfreich: Ein Fernauslöser – wahlweise per Funk oder Kabel – und Ersatzakkus, denn lange Belichtungszeiten sind Stromfresser.Für Astro-Fotografen sind Lichtverschmutzungsfilter hilfreich: Sie reduzieren die Effekte von künstlichem Stadt- und Industrielicht. Ebenfalls zu empfehlen: Eine Okkularabdeckung – sie verhindert Streulichteinfall.

2. Das richtige Licht nutzen

Völlig dunkel, ist es nachts selten. Alle natürlichen Lichtquellen sind gut für die Fotoqualität: Das Mondlicht etwa – zusammen mit dem Tiefblau der Nacht ergibt es eine mystische Stimmung. Am besten nutzen kann man es zwischen Voll- und Neumondnächten – und zwar dann, wenn er den niedrigsten Stand hat. Das Mondlicht ist härter als das Sonnenlicht, daher ist weniger mehr – zu Mondauf- oder -untergang sind geringe Kontraste und längere Schatten garantiert. Helle, künstliche Lichter sind hingegen zu meiden. Sie sorgen oft für Reflexionen im Objektiv. Der beste Zeitpunkt für eine gelungene Nachtaufnahme ist die so genannte „Blaue Stunde": Die Zeit, wenn das letzte oder erste Sonnenlicht sehr flach auf die Erde scheint. Für Astro-Fotografie ist vollkommene Dunkelheit wichtig.

3. Die richtige Planung

Neben Reiseblogs, die die schönsten Nachtfoto-Spots der Welt sammeln, hilft es bei der Motiv-Suche, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen – untertags. Wo sind Lichterketten, Laternen, die ins Bild eingebaut werden können? Wo sind Seen oder andere stehende Gewässer, um mit Spiegelungen zu spielen? Von wo kann man die Skyline am besten sehen? Wo sind viel befahrene Straßen, auf denen Scheinwerfer zu langen, leuchtenden Linien werden können? Falls die Nachtaufnahmen nicht im heimischen Gebiet gemacht werden: Unbedingt klären, ob die Spots in sicheren Gegenden liegen. Ohne Auto, Fahrrad und Co. unterwegs? Prüfen, wann die letzte Verbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln geht. Für Astro-Fotografen, die die Dunkelheit suchen: Dabei helfen Webseiten wie „DarkSiteFinder".

4. Die perfekte Kameraeinstellung

Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert spielen immer Hand in Hand. Für die Nachtfotografie ist dieses Verständnis besonders wichtig, da am besten alles manuell eingestellt wird. Die Nachtautomatik-Programme sind recht schnell überfordert. Für den ISO-Wert gilt: auf den niedrigsten Wert stellen und das fehlende Licht mit einer längeren Belichtungszeit ausgleichen. Regelwert: ISO 100.

Je dunkler es ist, desto länger muss der Bildsensor belichtet werden. Eine Verschlusszeit von mehreren Sekunden ist nachts Standard. Deswegen auch die Empfehlung, immer ein Stativ einzusetzen. Zusätzlich hilfreich: Selbst- oder Fernauslöser und die so genannte Spiegelvorauslösung – eine Option, durch die der Spiegel hochgeklappt wird, bevor das Foto ausgelöst wird. So vermeidet man Verwackler durch den Spiegelschlag selbst.

Eine lange Verschlusszeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich an dem Motiv in dieser Zeit etwas ändert. Um Störungen im Bild zu vermeiden, ist daher eine kleine Blende ratsam. Netter Nebeneffekt: Ab einem Blendenwert von etwa 8 verwandeln sich runde Lichtquellen auf dem Bild in Sterne. Je weiter die Blende geschlossen wird, desto ausgeprägter sind sie.

Ein Tipp für alle, die Kameras mit Bildstabilisatoren haben: Für eine gelungene Nachtfotografie sollten Sie diesen ausschalten. Der Stabilisator versucht ständig, Kamerabewegungen auszugleichen. Gibt es die nicht, kann das zu Verwacklungsunschärfe führen.

Übrigens: Nicht nur die Nachtautomatik-Programme sind bei großer Dunkelheit schnell überfordert, auch der Auto-Fokus. Manuelles Scharfstellen lohnt sich!

Dass für eine gute Nachtaufnahme der Blitz ausgeschaltet sein sollte, erklärt sich von selbst.

5. Das RAW-Format verwenden

Nachtaufnahmen können schnell unter- oder überbelichtet werden. Verlustfreies Speichern erleichtert die Nachbearbeitung und erhöht die Chancen, das Foto noch retten zu können.