02. Januar 2020

Fotografieren mit Selbstauslöser und Stativ:
Fotograf ins Bild!

Ob beim Wandern mit Freunden oder beim gemütlichen Familienfest im Garten – manchmal sollen einfach alle mit aufs Bild. Ist niemand vor Ort, den Sie bitten können, ein Foto zu schießen, hilft die Selbstauslöse-Funktion von Kamera oder Smartphone. Wie damit ein Foto entsteht, das den besonderen Moment besser als jedes Selfie kreativ und unterhaltsam einfängt? Wir erklären, wie’s geht und worauf es ankommt: Von der richtigen Hardware bis zu praktischen Insider-Tipps, die Sie garantiert noch nicht kennen.

Mit den richtigen Handgriffen und ein bisschen Übung wird es Ihnen ganz leicht fallen, mit dem Selbstauslöser zu fotografieren. Heutzutage verfügen die meisten Kameras und Smartphones über eine Selbstauslöser-Funktion, die das Auslösen zwischen drei und zehn Sekunden lang verzögert.

Nachdem Sie auf den Auslöser gedrückt haben, bleiben Ihnen also einige Sekunden, um sich vor der Kamera zu platzieren. Was einfach klingt, kann manchmal mehrere Anläufe brauchen. Anfangs werden Sie mehrmals zwischen Kamera und Motiv hin- und herlaufen müssen, bis das perfekte Foto im Kasten ist. Mit ein paar einfachen Tipps und Tricks geht’s schneller.

Selbstauslöser: Die besten Tipps und Tricks

Wie oft beim Fotografieren, gilt auch bei der Arbeit mit dem Selbstauslöser: „Vorbereitung ist die halbe Miete“. Überlegen Sie sich vorher, wie Ihr Foto aufgebaut sein soll und wie Sie Ihre Location am besten nutzen können. Achten Sie etwa darauf, dass keiner Person Bäume oder ähnliches „aus dem Kopf“ wachsen. Bedenken Sie den Stand von Sonne und künstlichen Lichtquellen, um einschätzen zu können, wo unerwünschte Schatten fallen könnten. Sind alle Vorbereitungen getroffen kann es hilfreich sein, ein Probefoto zu machen und es zu analysieren, um gegebenenfalls noch Anpassungen an den Kamera-Einstellungen oder der Bildkomposition vorzunehmen. Und dann heißt es: Fotograf ins Bild!

Damit Sie seltener zwischen Kamera und Motiv hin- und herlaufen müssen, können Sie die Reihenaufnahme Ihrer Kamera nutzen. Suchen Sie dann das beste Foto aus, auf dem alle in die Kamera lächeln und die Augen offen haben.

Die passende Ausrüstung
für das perfekte Selbstauslöser-Foto

Das passende Stativ und ein Funk- oder Infrarotauslöser können wahre Game-Changer sein.

Die passende Ausrüstung für das perfekte Selbstauslöser-Foto

Vor allem auf Reisen scheint es erst einmal keine gute Idee zu sein, ein Stativ mitzunehmen. Es ist sperrig und schwer. Arbeiten Sie mit einem Stativ, eröffnen sich Ihnen allerdings auch ganz andere Möglichkeiten. Schließlich sind Sie nicht mehr gezwungen, sich nach den gegebenen Möglichkeiten zu richten, wenn Sie Ihre Kamera aufstellen. Anstatt Tische, Mauern oder Felsen zu benutzen, bieten sich beim Fotografieren mit Stativ neue Perspektiven an, die Sie ganz in Ruhe ausprobieren können. Zudem sind Sie als Fotograf entspannter, wenn Sie sicher sein können, dass Ihre Kamera stabil steht und nicht verrutschen oder herunterfallen kann. So sinkt nicht nur die Gefahr für Ihr Equipment, sondern auch die für verwackelte Fotos, besonders bei längerer Belichtungszeit.

Das richtige Stativ für Ihre Kamera

Möchten Sie sich ein Stativ anschaffen, lohnt es sich Wert auf Qualität zu legen. Denn: Wer billig kauf, kauft in der Regel zwei Mal. Sie sollten vor allem darauf achten, dass sich Ihre Kamera gut auf dem Stativ befestigen lässt. Möchten Sie schwerere Objektive benutzen, ist es zudem wichtig, dass das Stativ das Gewicht von Kamera und Objektiv problemlos trägt. Fotografieren Sie hauptsächlich mit dem Smartphone oder einer Kompaktkamera, ist vielleicht ein Modell mit Beinen aus Kugelgelenken genau das Richtige für Sie. Sie sind handlich und lassen sich gut an Baumstämmen oder Zäunen befestigen. Sind Sie viel unterwegs, greifen Sie am besten zu einem leichten Reisestativ, etwa aus Carbon.

Funk- und Infrarotauslöser: Kleiner Helfer, großer Effekt

Noch einfacher wird das Fotografieren mit Selbstauslöser mit einem Funk- oder Infrarotauslöser. Er besteht aus einem Empfänger, den Sie an Ihre Kamera anschließen, und einer winzig kleinen Fernbedienung, mit der Sie den Auslöser bedienen. Mit diesem Hilfsmittel können Sie das leidige Hin- und herlaufen zwischen Kamera und Motiv weiter reduzieren. Bedienen Sie den Auslöser mehrmals und sichten Sie dann erst die Reihe von Bildern, bevor Sie eventuelle Anpassungen vornehmen. Nutzen Sie zusätzlich die Zeitverzögerungsfunktion Ihrer Kamera, bleibt Ihnen garantiert genug Zeit, um die Fernbedienung in Ihrer Hosentasche verschwinden zu lassen.

Verfügt Ihre Kamera über eine WLAN-Funktion, brauchen Sie keinen Funk- oder Infrarotauslöser. Stattdessen bedienen Sie den Selbstauslöser ganz einfach via Smartphone-App. Mit ihr ist es sogar möglich, auf dem Smartphone-Bildschirm live zu sehen, was man eigentlich beim Blick durch den Sucher sehen würde.

Fotografieren Sie mit dem Smartphone, bieten sich Sprachbefehle an, um den Selbstauslöser zu bedienen. Dabei ist es wichtig, in „Hörweite“ der Kamera zu bleiben.

Es geht auch ohne – selbst ist der Fotograf

Die beste Ausrüstung nutzt einem allerdings nichts, wenn man sie nicht zur Hand hat. Dann heißt es improvisieren. Werden Sie kreativ und positionieren Sie Ihre Kamera auf Mauern, Tischen oder Stühlen. Dabei unbedingt darauf achten, dass sie sicher steht. Falls zur Hand, kann dabei ein Bohnensackstativ, das man ganz leicht selbst herstellen kann, helfen – oder man nimmt ein mittelgroßes Kirschkernkissen mit. Darauf sitzt es sich nicht nur bequem, sondern die Kamera steht darauf auch stabil.

Dabei entstehen ganz neue, überraschende Perspektiven, die Sie sonst nicht gewählt hätten. Begeistern Sie Ihre Zuschauer mit unerwarteten Blickwinkeln, zum Beispiel, wenn Sie die Kamera auf dem Boden platzieren („Froschperspektive“).

Beispielfoto Froschperspektive

Checkliste für Fotografieren mit Fernauslöser

  • Bevor es losgeht: Bildkomposition überlegen und auf Umgebung achten
  • Location und Lichtquellen einbeziehen
  • Probeaufnahme ohne Fotografen im Bild machen
  • Reihenaufnahme für eine größere Bildauswahl nutzen
  • Ein Stativ benutzen – falls nicht zur Hand, auf stabilen Stand der Kamera achten
  • Verschiedene Fernauslöser: WLAN-Funktion der Kamera, Smartphone mit Sprachbefehl, Funk- und Infrarotauslöser zusätzlich zum verzögerten Auslösen nutzen
  • Kreativ werden und neue Perspektiven entdecken