03. Dezember 2019

Das perfekte Urlaubsvideo:
In drei Schritten

Wie der Traumurlaub zum fesselnden Video mit Fernweh-Garantie wird? Mit unseren Tipps zieht nicht nur Urlaubsfeeling ins Wohnzimmer ein. Gemeinsam mit Ihren Zuschauern erleben Sie die schönsten Momente Ihres Lebens ein zweites Mal – und das noch Jahre später.

1. Planung: Das A und O beim Urlaubsvideo

Das perfekte Urlaubsvideo beginnt schon vor der Reise – nein, nicht unbedingt mit der Aufnahme. Viel wichtiger: Die Geschichte, das Storyboard. Was Hitchcock über gute Spielfilme sagte, trifft auch fürs Urlaubsvideo zu: „Um einen großartigen Film zu machen, brauchst du drei Dinge – das Drehbuch, das Drehbuch und das Drehbuch."

Natürlich geht es dabei nicht darum, den Urlaub zu skripten. Entscheidend ist eher, schon vor Beginn des Drehens zu wissen, wozu der Film dienen soll: Was soll er zeigen? Dreht er sich um Kultur, Natur oder Outdoor-Action? Sollen Sehenswürdigkeiten und Naturschauspiele oder die einheimische Mentalität mit ihren Brauchtümern inspirieren?

Genauso wichtig, wie die thematische Klammer des Films: seine Zielgruppe.

Ist das Video nur für einen selbst und die engsten Verwandten gedacht, können Szenen gezeigt werden, die für einen selbst einen Erinnerungswert haben. Ob diese von anderen verstanden werden, die sie nicht miterlebt haben, ist in diesem Fall nicht wichtig.


Anders, wenn die Aufnahmen für die breite Öffentlichkeit gedacht sind und etwa über YouTube geteilt werden:

Dann geht es um Mehrwert für den Zuschauer. Zeigen Sie Menschen, ob Mitreisende oder Einheimische, vermitteln Sie Emotionen. Bringen Sie etwa Leute durch Witz oder Selbstironie zum Lachen und inspirieren sie, die Welt selbst zu bereisen. Seien Sie einmalig: zum Beispiel, indem Sie sich bei Ihren Urlaubsvideos auf ein bestimmtes Thema fokussieren – etwa „Nachhaltiges Reisen". Oder nehmen Sie einen Darsteller konsequent als Video-Maskottchen mit – etwa das „Reise-Einhorn".

Versuchen Sie nicht die gesamte Reise zusammenzufassen, sondern verbinden Sie ein Erlebnis immer mit einer besonderen Videoidee, etwa wie Matt Harding: Während seiner Reise drehte er reihenweise Videos von sich selbst, wie er an verschiedensten Orten tanzt, mit anderen Reisenden, alleine oder mit Einheimischen. Bei der Überlegung, welchen Rahmen man für das Urlaubsvideo wählt, hilft auch auf YouTube einige Videos rauszusuchen, die dem Wunschvideo ähnlich sind. Szenen und Aufnahmen, die einem besonders gut gefallen: Merken! Gleiches gilt für Effekte, wie:

  • Selektive Schärfe: Durch eine kleine Blendenzahl erscheint nur ein kleiner Bereich scharf, der Rest verschwimmt. Eignet sich gut für Porträt-Videos, etwa mit Einheimischen.
  • Hyperlapse: Zeitrafferaufnahme, bei der sich die Kamera bewegt. Eignet sich vor allem, um große Gebiete in ihrem gesamten Ausmaß eindrucksvoll zu zeigen.
  • Timelapse: Zeitrafferaufnahme, bei der die Kamera stillsteht. Toll, um städtische Szenen in ihrer Dynamik einzufangen – etwa den Verkehr in einer indischen Metropole oder Fußgängerüberwege an belebten Kreuzungen.
  • Freeze-Frames (stille Bilder): Zeigen eines Einzelbildes erzeugt den Effekt, dass der Film eingefroren wird. Schön für Übergänge zwischen Film und Fotografie.

Sind die Zielgruppe und die thematische Ausrichtung der Videos und gewünschte Effekte klar, geht es an den nächsten Schritt: Überlegen Sie, welche Szenerien und welche Aufnahmen Sie für das Video brauchen. So ergeben sich die Orte, an denen Sie filmen und die Ausrüstung, die Sie dafür brauchen: Action-Cam, Stativ, Gimbal, Mikrofon mit Wind- und Poppschutz, Videoleuchten, oder, oder, oder.

2. Urlaubsvideos: So gelingen perfekte Aufnahmen

Mit einer guten Vorstellung vom fertigen Video steht einem perfekten Urlaubsvideo nicht mehr viel im Weg.

Besonders ratsam: Filmen Sie Ereignisse aus vielen Perspektiven. Damit bringen Sie mehr Abwechslung ins Video. Ebenso sinkt die Gefahr, im Mainstream unterzugehen. Abseits von Frosch- oder Vogelperspektive beeindrucken Aufnahmen von Ecken, die nicht von allen anderen Touristen überlaufen sind. Gespräche mit Einheimischen helfen dabei, solche Geheimtipps zu ergattern.

Fängt man dabei auch noch einen O-Ton ein, kann die Atmosphäre des Urlaubsortes besonders eindrucksvoll widergespiegelt werden. Am besten dabei: ein aufsteckbares Stereomikrofon mit Windschutz.

Nehmen Sie Szenen mit verschiedenen Kamerabewegungen auf. Ein Schwenk, um ein Panorama zu zeigen, muss nicht die einzige Bewegung sein. Eine Kamerafahrt entlang der Skyline kann beeindrucken – mit dem Gimbal kein Problem. Ebenso besonders: eine Drohnenaufnahme. Klären Sie in dem Fall unbedingt vorher, ob eine Flugerlaubnis und/oder eine Anmeldung des Fluges nötig ist.

3. Letzter Schnitt zum Ziel – Die Nachbearbeitung

Sie haben alle Aufnahmen im Kasten und sind zurück Zuhause? Dann ran an die Nachbearbeitung. Am einfachsten gelingt das mit einer Video-Bearbeitungssoftware, wie Video deluxe und Video Pro X von MAGIX: Die Softwares haben für das perfekte Reise-Video besondere Specials – zum Beispiel eine animierte Reiseroute.

Achten Sie beim Schnitt darauf, dass das Video nicht länger als zehn Minuten wird – alles darüber hinaus läuft Gefahr, den Zuschauer zu langweilen. In der Kürze liegt die Würze – besonders dann, wenn das Video im Internet gut laufen soll. Faustregel: Maximal 20% des Rohmaterials eignen sich zur Verwendung im Film.

Bauen Sie Musik passend zum Reiseland oder zur Atmosphäre ein. Schneiden Sie zudem das Video passend zum Beat. Setzen Sie Special-Effects mit Bedacht ein – sie sollten nie Selbstzweck sein, sondern eine bestimmte Funktion erfüllen.