15. März 2019

21 Tipps für die perfekte Reise-Doku
Mit Checkliste

Atemberaubende Reisebilder, die die Magie der Fremde einfangen und Ihre schönsten Erlebnisse zeigen? Gar nicht so einfach. Wir geben Ihnen clevere Tipps für die ideale Reisedokumentation und verraten Ihnen, welche Hardware Sie benötigen, was sich als Motiv eignet, wie Sie das perfekte Foto schießen und was Sie sonst noch bedenken sollten.

So gelingt die Motivwahl

Im Reiseführer schon die Highlights identifiziert und vielleicht per Streetview oder Fotos im Netz die Lichtverhältnisse gecheckt? Kein Muss, aber ratsam für die Fotovorbereitungen. Wer lieber spontan reist: Die besten Lichtverhältnisse herrschen etwa eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang oder eine Stunde vor Sonnenuntergang. Das wärmste Licht lässt jeden Baum durch die Linse wie ein Kunstwerk wirken. Der Vorteil, hält man sich an diese Zeitrahmen: In der Zeit dazwischen muss die Kamera nicht ständig griffbereit sein.

Natürlich warten auch in der Zwischenzeit wunderbare Motive an nahezu jeder Ecke. Hier kommen sieben Tipps zur Motivwahl, die jederzeit gelten:

Tipp 1: Kein Blitzlichtgewitter

Ein gutes Bild ist wertvoller als 200 Schnappschüsse. Vor dem Abdrücken am besten für jedes Foto zwischen fünf und zehn Sekunden Zeit nehmen und Standard-Fragen checken: Ist das Motiv richtig scharf? Ist der Horizont waagerecht oder läuft das Meer zur Seite hin aus? Ist die Bildkomposition gelungen oder liegt im Vordergrund ein Badelatschen, den man gar nicht sehen will? Ist die Sonne als Lichtquelle im Rücken?

Tipp 2: Der goldene Schnitt

Ob eine Alm im Gebirge oder ein TukTuk auf den belebten Straßen Indiens – für spannende Aufnahmen sollte immer die Drittel-Regel gelten. Sie empfiehlt ein Teilungsverhältnis von zwei Drittel zu einem Drittel oder andersherum. Beispiel: Der Horizont trennt das erste Drittel vom zweiten Drittel – oder das TukTuk schmückt zwei Drittel des Bildes und die Straße ein Drittel. Anders als bei gleichmäßig aufgeteilten Bildern wirken diese Proportionen überraschender und eindrucksvoller.

Tipp 3: Ungewöhnliche Perspektiven einnehmen

Das Bild vom Brandenburger Tor oder von den Niagarafällen hat jeder sofort vor Augen. Klar: Postkartenfotos gehören dazu, sehr spannend sind sie aber nicht. Die Kreativität siegt: Unter den Eiffelturm legen und nach oben fotografieren, in die Hocke gehen und das Brandenburger Tor vom Tiergarten aus mit etwas Gras im Vordergrund – natürlich in der Unschärfe – fotografieren. Solche Fotos sorgen für Abwechslung, Überraschung und machen die Fotoshow besonders.

Fotografieren aus ungewöhnlichen Perspektiven: der Eiffelturm von unten

Tipp 4: Mit Maßstab fotografieren

Wollen Sie eine riesige Klippe oder ein kleines Insekt im Regenwald fotografieren, kommt die Größe auf dem Foto meist nicht so gut rüber, wenn man keinen Vergleichswert hat. Um zu zeigen, wie gigantisch die Niagarafälle wirklich sind, braucht es also ein Objekt zum Größenvergleich: etwa ein Boot auf dem Fluss darunter. 

Für jede Motivwahl gilt: Die eigene Sicherheit geht vor. Unbefestigte Flussufer, Mauern und Co. sind nicht zu unterschätzen.

Besondere Motive erfordern besondere Aufmerksamkeit

Ob Personen, Naturschauspiele oder Strandfotos: In der Reisefotografie gelten nicht immer dieselben Regeln. Wir erklären die Unterschiede und zeigen Ihnen, worauf Sie beim jeweiligen Genre achten sollten.

Tipp 5: Porträtfotos – Menschen gekonnt in Szene setzen

Menschen interessieren Menschen. Darum ist es nicht verwunderlich, dass fremde Kulturen begeistern. Um etwas von dieser Magie einzufangen, die das Eintauchen in exotische Länder mit sich bringt, lohnt es sich, die Menschen vor Ort zu fotografieren. Dabei ist jedoch Fingerspitzengefühl gefragt – vor dem Knipsen immer erst fragen. In manchen Ländern ist auch ein Trinkgeld üblich. Dazu am besten vor Ort einen Guide fragen oder im Reiseführer nachlesen.

Wichtig bei Porträtaufnahmen: Auf den Hintergrund achten! Häufig stehen Gebäude, Laternen, Palmen oder ähnliches direkt hinter den abzulichtenden Personen. Sie wirken entweder so, als würden sie aus dem Kopf des Porträtierten ragen, oder als ob sie den Hals durchtrennen. Da hilft der beste Gesichtsausdruck nicht – das Motiv ist verpatzt.

Ein Foto von sich vor dem Eiffelturm? Bitte nicht, wenn man direkt davorsteht. Ein entfernter, etwas erhöhter Platz, bei dem man selbst etwa so groß abgelichtet wird wie die Sehenswürdigkeit, macht deutlich mehr her.

Besonders knifflig: Porträtfotos am Strand. Die richtige Tageszeit und die passende Kameraeinstellung sind hier entscheidend. Der Sand reflektiert die Sonnenstrahlen und sorgt für grelle Lichtbedingungen, besonders in den Mittagsstunden, wenn es senkrecht fällt. Es wirkt hart und zeichnet scharfe Schatten unter Augen und Nase. Blitzlicht zum Aufhellen kann da helfen. Besitzt die Kamera kein Motivprogramm für den Strand, wählen Sie einfach eine sehr kurze Belichtungszeit.

Tipp 6: Landschafts- und Städteaufnahmen

„Vordergrund macht Bild gesund“, lautet eine alte Fotografenweisheit. Also bei Skyline oder Bergen, Meer und Wasserfall gilt: Nicht nur direkt draufhalten! Der Vordergrund, dank offener Blende meist in der Unschärfe, verleiht Ihren Aufnahmen Tiefe – das macht ein Foto oft interessanter.

Tipp 7: Nachtaufnahmen oder Fotos in der Dämmerung

In dunkler Umgebung braucht die Kamera eine lange Belichtungszeit, um nicht nur schwarze Bilder zu schießen. Je länger die Belichtungszeit, desto höher ist allerdings auch die Gefahr, das Motiv zu verwackeln. Daher empfiehlt es sich, für Nachtaufnahmen und auch in der Dämmung immer ein Stativ zu nutzen. Ist kein Stativ zur Hand, kann die Kamera alternativ einfach auf einen festen, ebenen Untergrund wie eine Mauer gestellt und das Nachtfoto per Selbstauslöser aufgenommen werden. Die ISO-Zahl sollte bei mindestens 800 stehen.

Die richtige Foto-Ausrüstung für den Urlaub

Klar – Urlaubfotos sollen begeistern. Aber der Platz im Gepäck ist begrenzt. Was sollte also unbedingt an Technik mit in den Koffer für die perfekten Urlaubsbilder?

Tipp 9: Reise-Objektive

Für Landschaftsfotografien braucht es kurze Brennweiten von 18 bis 35 mm, für Portraits sind 80 bis 100 mm ideal, für Tierfotografie 300 mm und mehr. Ideal wäre ein Objektiv von 18 bis 105 mm. Damit können Sie den größten Teil der Motive abdecken. Eine Alternative: ein Reisezoom-Objektiv mit einer Brennweite von 18 bis 300 mm. Diese schwächeln allerdings oft in der Qualität und Lichtstärke etwas.

Fotografieren Sie an einem Ort, in dem viel Staub oder Sand verweht wird, sollten Sie zu Festbrennweiten greifen – am besten eignen sich 35 bis 50 mm.

Tipp 8: Die perfekte Kamera

Welche Kamera in den Urlaub mit soll? Das hängt davon ab, was Sie mit Ihren Fotos vorhaben. Für die Reisedokumentation reicht prinzipiell eine Kompaktkamera. Haben Sie besonders hohe Qualitätsansprüche an Ihre Bilder und legen Wert auf schnelles Scharfstellen (Fokussieren), sind Sie mit den sehr flexibel einsetzbaren System- oder Spiegelreflexkameras besser bedient. Dazwischen gibt es Bridge-Kameras, die sowohl von der Qualität der Bildsensoren, der Flexibilität, dem Preis als auch dem Gewicht zwischen den kleinen Kompakten und den großen Spiegelreflexkameras liegen. Für einen Abenteuer-Urlaub ist zusätzlich eine Actioncam eine gute Investition, weil sie auch Naturgewalten trotzen kann.

Tipp 11: Bildtank fürs Reisen

Ist kein Notebook mit auf Reisen, sollte ein Bildtank immer mit dabei sein. Das ist eine externe Festplatte, auf die Sie die Fotos von der Kamera direkt oder über Kartensteckplätze sichern können.

Tipp 10: Zwei Speicherkarten

Die hilfreichste Grundregel: Statt einer großen Speicherkarte lieber zwei kleinere Speicherkarten wählen. So haben Sie immer Ersatz, falls eine kaputt geht. Karten mit höherer Schreibgeschwindigkeit (Speichertempo) brauchen Sie nur, falls Sie oft Serienaufnahmen machen.

Tipp 13: Das perfekte Reise-Stativ

Je nachdem, was Sie vorhaben und wie Sie reisen, ist ein Stativ bei Ihrer Reise unverzichtbar – etwa für Langzeitaufnahmen, Makro- und Nahfotografie. Wählen Sie am besten eins aus Kohlefasern, das ist am leichtesten. Wenn Stativ, dann ist auch ein Fern- oder Kabelauslöser ratsam. Damit verwackelt auch beim Auslösen garantiert nichts.

Tipp 12: Immer zwei Akkus dabei

Ein Reserve-Akku sollte im Reisegepäck nicht fehlen. In den wenigsten Destinationen kann man schließlich zur Not einen passenden kaufen. Das Ladegerät sollte meist ein Universalstecker begleiten. Tipp: Die meisten Funktionen, die viel Energie brauchen, können Sie an der Kamera abstellen oder reduzieren. Den Live-View etwa sollten Sie bei einer Spiegelreflexkamera nur einsetzen, wenn Sie in schwierigen Situationen scharf stellen wollen. 

Tipp 14: Die Hardware reist im Handgepäck

Im Handgepäck oder direkt an der Person ist die Fotoausrüstung am sichersten. Dort wird sie weder unkontrolliert geworfen noch besonderen Temperaturen ausgesetzt. Außerdem besteht keine Verlustgefahr oder eine verspätete Ankunft wie beim aufgegebenen Koffer. Stative hingegen sollten lieber in den Koffer: Sie behindern nicht im Gedränge und in einer separaten Stativtasche würde es als eigenes Gepäckstück zählen – was schnell zu Mehrkosten führt.

Knipstipps: Die Kamera ganz einfach richtig bedienen

Jede Kamera ist anders. Ein paar Tipps zur Handhabung gelten aber modellunabhängig.

Tipp 15: Einstellungen an der Kamera

Besonders wenn große Speicherkarten im Einsatz sind, ist es ratsam, den Digitalbildern einen Namen zu geben, etwa T19 für Teneriffa 2019. Die Dateinamen der Fotos werden dann in der Regel aus diesen Zeichen und einer Ziffernfolge zusammengesetzt, getrennt mit einem Unterstrich: T19_0001.jpg.

Sind Sie in einer anderen Zeitzone unterwegs, bietet es sich an, die Uhrzeit und ggf. das Datum zu ändern. 
Am besten speichern Sie Ihre Fotos im RAW-Format (Roh-Datei-Format). Dabei werden alle Bildinformationen praktisch unverarbeitet gespeichert. Zwar braucht eine Bilddatei dann besonders viel Speicherplatz und sie muss vor der Wiedergabe in ein anderes Format konvertiert werden. Aber: Weißabgleich, Farbtemperatur, Belichtungskorrekturen können bequem und verlustfrei am Rechner vorgenommen werden.

Tipp 16: Kamera vor Witterung schützen – so geht's

Hitze, Sand und Regen: Die natürlichen Feinde der Kameras. Zum Glück ist der Schutz aber ganz einfach: In sandreichen Regionen möglichst keine Zoom-Objektive nutzen – Sandkörner können sich darin sehr leicht festsetzen. Objektivwechsel, etwa direkt am Strand sollten unbedingt vermieden werden.

Gegen Regen hilft eine Duschhaube, etwa aus dem Hotel. Mag seltsam aussehen mit der Stretchöffnung über dem Objektiv – aber so ist die Kamera auch bei nassem Wetter jederzeit einsatzbereit. Spritzer auf der Linse? Mikrofasertuch hilft. Taschentücher sind tabu, genauso wie Zeitungspapier oder Pullover und T-Shirt.

Vor allem Akkus vertragen keine Hitze und können in praller Sonne sogar Feuer fangen. Die Kamera daher immer im Schatten ablegen!

Nach dem Urlaub: Die richtige Nachbearbeitung

Wieder zuhause? Dann am besten zeitnah an den Rechner, ein Best-of der Bilder zusammenstellen, nachbearbeiten und eine Fotoshow erstellen. Denn Verwandte und Freunde können sicherlich nicht erwarten, zu sehen, was Sie alles erlebt haben. Fünf Tipps für das beste Foto-Erlebnis.

Tipp 17: Fotos im RAW-Format nachbearbeiten

Alle Digitalkameras nehmen Fotos nicht nur auf, sondern bearbeiten sie automatisch. Die von den Kameras angewandten Algorithmen zu Weißabgleich, Schärfe und Rauschreduzierung können dabei noch so intelligent sein – sie werden das Bild aber nie wie ein Mensch beurteilen können. Also: Farben und Kontraste selbst einstellen. Insbesondere der Weißabgleich ist wichtig: Eine Anpassung bringt in der Nachbearbeitung oft bessere Ergebnisse.

Tipp 19: Bildausschnitt wählen

Genauso wie nicht jedes Bild bei der Aufnahme exakt horizontal ausgerichtet sein wird, ist der Bildausschnitt beim Knipsen immer perfekt. Also: Mut zum Zuschneiden!

Tipp 18: Horizont geraderücken

Keinem gelingt es, jedes Foto bei der Aufnahme exakt horizontal auszurichten. Nur: Niemand will schiefe Horizonte oder Gebäude sehen – es sei denn, sie sind bewusst als Gestaltungsmittel eingesetzt.

Tipp 20: Mehr Dynamik und Kontraste

Jedes Foto sollte schwarze und weiße Partien enthalten. Die Grenzbereiche sollten nicht „absaufen”. Dazu das Histogramm nutzen – so läuft zum Beispiel kein Himmel weiß aus.

Tipp 21: Fotoshow

Mit Programmen wie unserer MAGIX Photostory Traveler Edition sind Begeisterungsstürme von Familie und Freunden vorprogrammiert: Nicht nur, dass die Software die Bilder automatisch nachbearbeitet – animierte Kamerafahrten, Zooms und Musik machen die Urlaubsfotos mit nur wenigen Klicks noch lebendiger. Neu: Den Verlauf Ihrer Reise zeigen Sie auf einer animierten Landkarte – geschmückt mit vielen Details wie Wegpunkten und benutzten Transportmitteln. Und für den perfekten Einstieg und Abschluss der Fotoshow sorgen neue Intros, Outros und Titelanimationen.

Checkliste

Haben Sie auch an alles gedacht? Mit dieser Checkliste haben Sie immer alles im Blick, was Sie für die Reisedokumentation brauchen:

  • Kamera/s
  • Speicherkarte, Ersatz (alle formatiert)
  • Sensor der Kamera gereinigt
  • Akku aufgeladen, eingesetzt
  • Ersatzakku geladen, Ladegerät
  • Universalstecker
  • Kameraeinstellung zurückgesetzt
  • Bildbenennung auf Urlaub angepasst (z. B. „T19_0000“ für Teneriffa 2019)
  • Aufnahmen in RAW speichern
  • Objektive (z. B. Reiseobjektiv, Festbrennweite, Weitwinkel)
  • Objektiv-Reinigungstüchlein (Mikrofasertuch)
  • Fern- oder Kabelauslöser
  • Stativ mit Schnellwechselplatte (an Kamera montiert)
  • Gefrierbeutel/ Duschhaube als Spritzwasser- oder im Winter Kondenswasserschutz
  • Kameraanleitung als PDF auf dem Smartphone