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Wie Sie einen Remix erstellen

Aus bekannten Melodien neue Tracks zaubern

"Den Song kenn ich doch ...? Aber irgendwie anders." - Wenn Sie sich das denken, dann lauschen Sie wohl gerade einem Remix. Besonders unter DJs und Produzenten ist das Remixen von fremden Songs eine eigene Kunstform geworden, welche nicht weniger wichtig ist als das Produzieren eigener Tracks.

Remixen ist einfacher denn je

Die Digitalisierung hat dieser Kunstform fast unbegrenzte Möglichkeiten verschafft. War früher der Remix noch Musik mischen im traditionellen Verständnis, eine rein klangliche Bearbeitung des Ausgangsmaterials, entstehen heute oftmals völlig neue Tracks, die mit dem Original nur ein paar einzelne Momente gemein haben.

Während man in den 80ern in Studios noch aufwendig mit Tonbändern hantierte, können Songteile, Samples und Spuren heute so einfach wie nie verschickt, hochgeladen, heruntergeladen und ausgetauscht werden. In der graphischen Oberfläche der DAW (Digital Audio Workstation) Software werden diese Teile dann ganz nach eigenem Belieben hin- und herbewegt, neu angeordnet, kombiniert und mit eigenen kreativen Beiträgen wie neuen Beats oder Melodiebögen versehen. Wenn man einmal mit dem Funktionsprinzip der Musikprogramme vertraut ist, arbeitet es sich damit völlig intuitiv.

Die Technik für das Mixen von Musik ist nicht nur einfacher, sondern auch bedeutend erschwinglicher geworden. Sie benötigen lediglich einen handelsüblichen PC, die benötigte Software gibt es sogar kostenlos zum Herunterladen, wie den MAGIX Music Maker. Einfach installieren - und schon kann das fröhliche Musik mixen beginnen!

Woher bekommt man das Material zum Remixen?

Wenn Sie mit Ihrem Musik Mix Programm einigermaßen vertraut sind, Samples arrangieren, Beats bauen und digitale Instrumente einspielen können, wollen Sie sich sicher auch einmal fremdes Material vornehmen, um damit kreativ zu arbeiten. Nur woher nimmt man die Sounds, um sie neu zu arrangieren? Hierzu gibt es viele Möglichkeiten:

  • Direktes Sampling: Das Einfachste ist, einfach einen Song von CD oder mp3 weiterzuverarbeiten. Dafür kommt allerdings bei weitem nicht jedes Stück in Betracht, denn die meisten sind schon ziemlich vollgepackt. Man kann jedoch durchaus instrumentale oder Gesangs-Breaks daraus verwenden. Je weniger Stimmen oder Instrumente an einer Stelle zu hören sind, umso mehr bietet sich diese an, um sie mit neuer Musik zu mischen. Ein berühmtes Beispiel ist "Tom's Diner" von Suzanne Vega, das im Original ein reines A-Capella-Stück ist und im Remix mit Beat ein Riesenhit wurde.
  • Internetsuche: Heutzutage kommt man erstaunlich einfach an die originalen Einzelspuren von sehr vielen Hits. Diese werden zum Beispiel aus Spielen wie Rock Band extrahiert, wofür Plattenfirmen Songs in Einzelspuren zur Verfügung stellen. Die passenden Suchbegriffe sind Interpret plus Titel plus "acapella" (um den Gesang alleine zu erhalten), "vocals", "multitrack" oder "stems" - so nennt man es, wenn die einzelnen Instrumente in isolierten Spuren vorliegen. Wenn Sie das Gewünschte nur auf YouTube finden, können Sie mittels eines Converter-Programms die Audiospuren herunterladen.
  • Remix-Contests: Manchmal stellen Bands oder Künstler ihre Songs selbst in Stems zur Verfügung und rufen aktiv dazu auf, die Musik neu zu mixen.
  • Sample-Anbieter: Als legale Bezugsquelle von rechtssicheren Samples haben sich zahlreiche Seiten etabliert, die kostenpflichtige und kostenlose Sample-Packs zur Verfügung stellen, mitunter gar von Starproduzenten erschaffen. Als Beispiel sei hier der Producer Planet und der Inn-App-Store genannt, welche eine Vielzahl von Instrumentalspuren und Loops zur kostenlosen Nutzung bereithalten.
  • Online-Communities/ persönlicher Kontakt: Wie so oft ist der persönliche Weg wohl der angenehmste. Vielleicht kennen Sie ja schon andere Musiker, die Interesse hätten, dass Sie von ihrem Song einen Remix erstellen? Oder Sie finden Gleichgesinnte auf Künstler-Communities wie zum Beispiel magix.info. Kommunikation ist hier der Königsweg. Zudem können Sie im Austausch mit anderen immer wieder Neues lernen.

Die Rechtsfrage - was darf man verwenden?

Die Rechtsfrage - was darf man verwenden?

Anders als Coverversionen sind Remixes zustimmungspflichtig. Wenn Sie Originalteile eines anderen Songs verwenden, um neue Musik zu mischen, sind Sie verpflichtet, die Genehmigung der Urheber und der Rechteinhaber einzuholen - das managt meist der Musikverlag. Auch wenn Sie mit Ihrem Remix kein Geld verdienen und ihn kostenlos ins Netz stellen, würden Sie sich der unerlaubten Verbreitung und Vervielfältigung des geremixten Werks (oder Teilen davon) schuldig machen. So weit die Theorie.

In der Praxis wird trotzdem wild Musik gemixt, was das Zeug hält. Kein Verlag hat die Mittel, jedes Kellerprojekt, jeden Mash-Up-Artist auf YouTube rechtlich zu belangen und jeden Urheberrechtsverstoß zu verfolgen. Etablierte Größen wie etwa Bushido oder Moses Pelham mussten zwar schon Kontakt mit Klagen machen, beim Hobbykünstler hingegen würde sich der Rechtsweg wohl kaum lohnen. Bei ungeklärtem Remix-Material bleibt immer ein gewisses Risiko, das jedoch viele achselzuckend auf sich nehmen.

Tipps für einen gelungenen Remix

Nun haben Sie die Audiodateien und wollen loslegen. Wie geht man dabei vor?

  • Bevor Sie anfangen, machen Sie sich Gedanken, welcher Intention Ihr Remix folgen soll. Machen Sie einen Song tanzbarer? Dann mischen Sie dicke Beats unter. Wollen Sie ihn in einen anderen Stil transportieren? Soll sich die Stimmung wandeln, von traurig nach fröhlich oder andersherum? Haben Sie eine andere Idee für die Akkordfolge unter dem Gesang? Wollen Sie gar zwei unterschiedliche Stücke kombinieren? Eine Grundidee hilft, beim Erstellen eines Remix planvoll vorzugehen.
  • Das Wichtigste zu Beginn ist das Songtempo. Ideal ist es, diese Information zur Hand zu haben. Loops passend zu schneiden und sie aufs Taktraster zu ziehen, kann schon etwas Geduld erfordern. Wie mit allem kommt auch hier der Erfolg mit der Übung. Manches Musik Mix Programm wie der Music Maker hat hierfür spezielle Funktionen, die den Umgang mit dem Tonmaterial erleichtern. Andere Loops können mittels Pitch Shifter (Tonhöhenkorrektur) und Time Stretching (Tempoangleichung) so bearbeitet werden, dass sie zum Projekt passen.

Achten Sie auf einen Spannungsbogen: Musik lebt von Kontrasten und Veränderung. Halten Sie den Zuhörer bei der Stange, indem dass Sie immer mehr Elemente hinzufügen, die Intensität steigern, überraschend Dynamik, Tonart oder Instrumentierung ändern ... Verschießen Sie Ihr Pulver nicht schon zu Beginn, sondern arbeiten Sie auf einen Höhepunkt (oder mehrere) hin. Und dann geleiten Sie den Hörer wieder hinaus - oder stoppen, wenn's gerade am schönsten ist. Die Kunst eines guten Tracks liegt darin, die Musik im Fluss zu halten und dabei nicht zu langweilen.

Spielen Sie mit Effekten: Den Originalsong gibt es bereits, für den Remix können Sie das Ausgangsmaterial verfremden, was das Zeug hält. Bringen Sie mittels Verzerrung richtig Dreck rein. Schicken Sie die Stimme in weite Hallräume (mit Reverb und Delay). Spielen Sie mit lang ausklingenden Delay-Effekten im Tempo des Songs. Filterverläufe sind ein bewährtes Mittel, um Elemente in den Mix einzufügen. Kurzum: In jedem Programm steht Ihnen ein großer Werkzeugkasten zur Verfügung, um interessante klangliche Elemente zu kreieren. Probieren Sie es aus und überraschen Sie sich selbst! Wie viele große Momente der Musikgeschichte entstanden nicht aus Zufall ...

Zu guter Letzt: Machen Sie immer wieder mal Pause, um Abstand zu gewinnen und Ihren Remix wieder mit frischen Ohren hören zu können.

Zusammenfassung

Musik mixen ist immer noch eine Kunst - aber sie ist inzwischen ausgesprochen zugänglich. Dank der digitalen Möglichkeiten und leicht zu bedienenden Programmen wie MAGIX Music Maker kann jeder ganz einfach einen Remix erstellen, der erstaunlich professionell klingt. Und vor allem macht das ausgesprochen viel Spaß - probieren Sie es einfach mal aus!